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Opfergang ist ein deutscher Spielfilm von Veit Harlan in Agfacolor. Er wurde vom 21. August 1942 bis 1943 in Berlin (u. a. am Wannsee), Potsdam, Hamburg, in der Umgebung von Eutin (Großer Eutiner See beim Redderkrug), auf Rügen und auf Hiddensee gedreht, kam jedoch erst im Dezember 1944 zur Uraufführung.

Albrecht Froben kehrt nach drei Jahren von einer Seereise, die ihn über Afrika bis nach Japan geführt hat, in seine Heimatstadt Hamburg zurück. Binnen kurzer Zeit verlobt er sich mit Octavia, der schönen und klugen Tochter seines Onkels. Sie wohnen auf einem Wassergrundstück an der Elbe. Der Abenteurer Albrecht tut sich schwer, sich in das geruhsame und melancholische Leben der Familie einzugewöhnen, in dem Rezitationen von Nietzsche und das Spielen von Nocturnen an der Tagesordnung sind. Er lernt die in der Nachbarvilla wohnende Aels Flodéen – eine Frau aus Finnland, die ihren Sommer in Hamburg verbringt und häufiger Reisen nach Afrika unternimmt – kennen und reitet mit ihr häufig aus. Aels verliebt sich in Albrecht, was dieser zunächst nicht bemerkt. Octavia akzeptiert die Freundschaft der beiden.

Albrecht wird durch seinen besten Freund Mathias, der zuvor ebenfalls an Octavia interessiert war, auf die Gefährlichkeit seiner Beziehung mit Aels aufmerksam gemacht. Schnell heiratet er Octavia und zieht mit ihr nach Düsseldorf. Bei einer Karnevalsveranstaltung stellt Octavia endgültig fest, dass die rheinische Mentalität nicht zu ihr passt. Albrecht kann die Gedanken an Aels trotz der räumlichen Distanz nicht überwinden und glaubt sie fälschlicherweise hinter dem Karnevalskostüm einer Besucherin zu entdecken. Während das Ehepaar in Düsseldorf lebt, verschlechtert sich der Gesundheitszustand der schwer herzkranken Aels und sie kann kaum ihr Bett verlassen. Sie vertraut ihre Gefühle für Albrecht aber nur ihrem Tagebuch und ihrem Pferd an.

Das Ehepaar Froben zieht wieder nach Hamburg zurück. Albrecht reitet an dem Haus von Aels vorbei und grüßt sie vor ihrem Gartentor, woraufhin sich der Zustand der Kranken unvermutet wieder bessert. Gemeinsam machen sie wieder Reitausflüge und es kommt zu einem Kuss. Octavia erahnt die Affäre und leidet darunter, liebt aber trotzdem weiterhin ihren Ehemann und schweigt über ihre Eifersucht. Sie findet heraus, dass Aels eine Tochter hat, die sie im Hamburger Hafenviertel bei ihrer alten Amme untergebracht hat. Der Zustand von Aels verschlechtert sich unterdessen wieder und Albrecht reitet täglich in gewohnter Manier an ihrem Haus vorbei.

Als in der Stadt Typhus ausbricht, bittet Aels Albrecht, ihre Tochter zu holen. Er rettet das Kind, steckt sich jedoch selbst mit der Krankheit an und kommt auf eine Quarantänestation ins Krankenhaus. Aels liegt in ihrer Villa im Sterben und weiß davon nichts, sie wartet vergeblich auf das Vorbeireiten Albrechts. Octavia entscheidet sich für einen „Opfergang“ und übernimmt die Rolle Albrechts als Reiter, um ihrem Mann ihre aufrichtige Liebe zu beweisen. Aels stirbt im Delirium, aber glücklich. Albrecht wird wieder gesund und lernt seine Ehefrau durch ihr dargebrachtes Opfer wieder lieben. Die Asche von Aels wird in das Meer verstreut.